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Ferrari Luce ein neues Kapitel für die Marke aus Maranello

Ferrari Luce (2026)Im symbolträchtigen Ambiente der Vela di Calatrava – Città dello Sport in Rom wurde heute der Ferrari Luce enthüllt. Diesen Ort hat Ferrari bewusst gewählt: um den Beginn eines neuen Kapitels in der traditionsreichen Geschichte von Ingenieurskunst und Innovation des Cavallino Rampante zu markieren. Denn an diesem Tag im Jahr 1947 errang Ferrari in Rom seinen ersten Sieg überhaupt, als der Ferrari 125 S auf dem Circuit de la Caracalla den Gran Premio di Roma gewann.

An jenem historischen Tag legte Pilot Franco Cortese den Grundstein für eine unglaubliche Erfolgsgeschichte. 79 Jahre später kehrt Ferrari zurück: um ein Projekt vorzustellen, das sein unbeirrbares Engagement unterstreicht, die Grenzen des Machbaren immer wieder neu zu definieren.

Der neue Ferrari Luce markiert den Gipfelpunkt der Multi-Energie-Strategie der Marke aus Maranello, die am Kapitalmarkttag 2022 vorgestellt und seither mehrfach bestätigt wurde. Entsprechend dem Prinzip der Technologieneutralität ist Elektrifizierung nur eines der Mittel, mit denen Ferrari sein Gestaltungspotenzial in Bezug auf Produktarchitektur, Leistung, Design und Fahrerlebnis erweitern kann, ohne die bestehenden Motoren zu ersetzen.


Die Vertiefung der unternehmenseigenen Expertise von Ferrari im Bereich Elektrotechnologie eröffnet neue Potenziale für Leistung und Effizienz im gesamten Ferrari Ökosystem. Dies umfasst den Technologietransfer zwischen Straßenmodellen und dem 499P, der die jüngste Langstrecken-Weltmeisterschaft gewann, sowie das ambitionierte Projekt Ferrari Hypersail, ein einzigartiges Forschungs- und Innovationslabor. Der Ferrari Luce erweitert die Kompetenz der Marke aus Maranello nochmals und erschließt ihr ein neues Segment, das dabei ganz im Einklang mit der Ferrari DNA steht: der Kombination aus Leistung, Fahrspaß und Vielseitigkeit.


Der Name Luce steht für Klarheit und Zielstrebigkeit. Er weist den Weg in die Zukunft und unterstreicht die Absicht, einen Ferrari 360° zu schaffen – nicht einfach nur einen „elektrischen Ferrari“, sondern einen völlig neuen Ferrari, der für ein noch intensiveres Fahrerlebnis ebenso konzipiert wurde wie für ein Plus an Leistung mit einem einzigartigen, unverwechselbaren Charakter. Traditionell entwickelt und fertigt Ferrari entscheidende Komponenten selbst. Von den Elektromotoren bis zum Akku wird auch für die neue Baureihe jedes Element in Maranello produziert, um Qualität, umfassende Kontrolle und Singularität zu gewährleisten. Das Projekt umfasst mehr als 60 neue Patente: ein mehr als deutlicher Beleg für die technologische Exzellenz von Ferrari und die konsequent zukunftsorientierte Vision der Marke. Ganz im Sinne der „Ferrari Forever“-Philosophie wird das Unternehmen künftig Unterstützung für alle elektrischen Komponenten anbieten, einschließlich Batterien.


Die Entwicklung des Designs des Ferrari Luce wurde der kalifornischen Kreativwerkstatt LoveFrom anvertraut, dem Designkollektiv unter der Leitung von Sir Jony Ive und Marc Newson. Die Einbindung eines externen Teams außerhalb des Designzentrums Ferrari Centro Stile unter der Leitung von Flavio Manzoni zeitigte neue Perspektiven, brachte einen fruchtbaren Ideenaustausch mit sich und ermöglichte die Entwicklung einer neuen Designsprache. LoveFrom erhielt von Beginn an die nötige kreative Freiheit, um die Designrichtung des Projekts zu definieren und diese in ein authentisches Ferrari Erlebnis zu übersetzen. Die elektrische Kraftquelle in Gestalt der von Ferrari entwickelten Motoren und des fortschrittlichen Antriebsstrangs ermöglicht eine radikal neue Architektur. Sie verbindet die außergewöhnliche Ferrari Performance auf einzigartige Weise mit luxuriösem Raumgefühl.

Diese Architektur ermöglicht eine großzügige Lösung mit vier Türen und fünf Sitzen – eine Premiere für Ferrari, da Transaxle-Konfigurationen mit Front-Mittel-Motor und Getriebe hinten keinen fünften Sitz zulassen. Der Innenraum zelebriert Hunderte Komponenten, die mit großer Sorgfalt konzipiert und mit viel Liebe zum Detail bearbeitet wurden. In ihrer Gänze erzeugen sie ein harmonisches, klares Volumen, dessen Formen sich einfach und rational präsentieren, um auf diese Weise das Fahrerlebnis zu optimieren. Exterieur, Interieur und Bedienelemente folgen einer einheitlichen Designsprache.


Ein prägendes visuelles Merkmal des Ferrari Luce ist die beispiellose Klarheit des „Glass House“. Diese kompromisslose, schalenartige Form erstreckt sich bis unterhalb der Gürtellinie und zu den äußersten Enden der Karosserie. Die Luftströmung am vorderen und hinteren Aerodynamikflügel sowie über und um die Silhouette des „Glass House“ definiert Luftströmung, Fahrdynamik und Aeroakustik – und ermöglichte eine einzigartig puristische, schlichte Formgebung. Die Front- und Heckleuchten sind transparent und Teil der primären Oberflächen. Im ausgeschalteten Zustand treten die Leuchten dezent in den Hintergrund und bewahren auf diese Weise die Klarheit der Form. Zugleich präsentieren sich die Halo-Rückleuchten als Reminiszenz an die Schönheit und Reinheit des 360 Modena und 458 Italia. Die extreme Innovationskraft des Ferrari Luce manifestiert sich darüber hinaus im eigens entwickelten Raddesign. Der Luce verfügt über die größten gestuften Radgrößen, die je bei einem Ferrari Serienmodell für die Straße verbaut wurden: 23 Zoll vorn und 24 Zoll hinten.


Das Benutzer-Interface folgt bei Ein- und Ausgabe klaren Strukturprinzipien. Bedienelemente und Anzeigen wurden funktional gruppiert, wobei die wichtigsten Einheiten für Bedienung und Feedback direkt im Sichtfeld des Fahrers liegen. Tausende durchdachte Details vereinen sich, um ein einzigartiges Fahrerlebnis zu ermöglichen. Präzisionsgefertigte mechanische Tasten, Knöpfe, Drehregler und Kippschalter erhalten Ergänzung durch multifunktionale Digitalanzeigen, die mithilfe von Samsung Display entwickelt wurden. Die verwendeten Materialien zeigen sich authentisch und hochwertig: zum Beispiel eloxiertes Recycling-Aluminium, Corning Gorilla Glass und Premium-Leder. Das erstklassige Audiosystem verfügt über 21 Lautsprecher, 24 Kanäle und 3000 Watt Verstärkung. Es beinhaltet die innovative Ferrari Audio Signature und bietet Funktionen wie Voreinstellungen, individuelle Höroptimierung und Dynamikanpassung.


In technischer Hinsicht basiert der Ferrari Luce auf einer eigens entwickelten Plattform mit einem speziell konzipierten Chassis und innovativen technischen Lösungen für eine Vielzahl an Komponenten. Technologien aus der mehr als reichen Erfahrung von Ferrari im Motorsport ermöglichten ein Leergewicht von lediglich 2260 Kilogramm. Dies leistet entscheidende Beiträge zu den erstklassigen Leistungsdaten des Modells: Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 2,5 Sekunden, von 0 auf 200 km/h in 6,8 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit über 310 km/h. Ebenso eindrucksvoll sind die Maximalleistung von 772 kW bzw. 1050 PS sowie die Reichweite von über 530 Kilometern.

Der Ferrari Luce wird von vier Elektromotoren angetrieben: einer pro Rad. Er verfügt zudem über einen leistungsstarken 122-kWh-Akku, ein vom F80 abgeleitetes aktives Fahrwerk und eine unabhängige Hinterachslenkung. Im Kontext dieser technologischen Innovationen symbolisieren zwei Konzepte den ambitionierten Einstieg von Ferrari in die Welt der elektrischen Hochleistungssportwagen am besten: eine präzise Kontrolle der Radbewegung in jede Richtung und unter allen Dynamikbedingungen sowie ein authentisches Soundkonzept.


Jedes Rad ist mit je einem Aktuator für Traktion und Rekuperation, einem für den Lenkwinkel und einem für die Steuerung der Vertikalbewegung ausgestattet. Die Möglichkeit, die Drehmomentverteilung in Echtzeit an die Straßenverhältnisse und die gewünschte Performance anzupassen, ermöglicht außergewöhnliche Freiheit und Präzision bei der Kontrolle. Jedes Rad des Ferrari Luce passt sich somit perfekt an die Eingaben des Piloten an und ermöglicht ihm ein flüssiges, harmonisches Fahrgefühl. Die Möglichkeit zum Torque Vectoring und die elastische Balance des Aufhängungssystems erleichtern präzise Richtungswechsel und verbessern dadurch Wendigkeit und Fahrkomfort.


Der Klang des Ferrari Luce wiederum folgt einem wichtigen Grundprinzip: Der Sound muss authentisch und funktional sein, erzeugt von der Mechanik des Fahrzeugs und als Abrundung des Fahrerlebnisses. Ein präziser Beschleunigungsmesser in der Mitte der Achse erfasst Dynamik und Vibration der rotierenden Komponenten, während sich die Schallwellen ausbreiten. Dieses von Ferrari entwickelte und patentierte System filtert, entzerrt und verstärkt Signale ähnlich wie eine E-Gitarre – dies jedoch nur, wenn es dem Fahrerlebnis zugutekommt. Die Soundlevel richten sich nach der Position des e-Manettino und dem Einsatz der Schaltwippen, sodass sich der Fahrer zwischen konzentrierter Ruhe und maximaler Ausdrucksstärke bewegen kann. Der Sound wird sowohl über ein externes Verstärkersystem, das natürliche Klangwellen erzeugt, als auch über ein internes System mit hoher Detailtreue und Klangqualität abgegeben. Der Innenraumsound ist dabei auch außerhalb des Fahrzeugs wahrnehmbar. Der Ferrari Luce profitiert von den Ergebnissen modernster NVH-Forschung (Noise, Vibration, Harshness – Geräusche, Vibrationen und Rauheit) und ist damit der komfortabelste Ferrari aller Zeiten. Die Übertragung von Fahrbahngeräuschen wird durch den ersten elastisch gelagerten Hilfsrahmen in der Geschichte der Marke aus Maranello ebenso signifikant reduziert wie durch das aktive Fahrwerk und durch Optimierungen von Gewicht, Steifigkeit und Schalldämmung.


Mit der Entwicklung des Ferrari Luce verfolgten die Ingenieure ein ambitioniertes Ziel: den mit Abstand niedrigsten Luftwiderstandsbeiwert in der Geschichte der Straßenmodelle aus Maranello zu realisieren, gepaart mit einem unübertroffenen Interieur. Äußerste Sorgfalt im Hinblick auf Aerodynamik prägte daher die grundlegende Architektur. Alle Oberflächen wurden glatt, stufenlos und ununterbrochen angelegt, um den Luftstrom zu optimieren und Verwirbelungen zu minimieren. Eine weitere Premiere für Ferrari sind aktive Aerodynamikgitter: Sie regulieren den Luftstrom zu den Wärmetauschern und gewährleisten stets ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kühlanforderungen und Luftwiderstand. Die aktive Karosseriehöhenverstellung senkt die Fahrzeugfront bei hohen Geschwindigkeiten um 10 Millimeter ab, um die Effizienz zu maximieren, ohne dabei Komfort oder Leistung zu beeinträchtigen. Das Kühlsystem ist Teil einer integrierten Softwarelösung, die die Reichweite optimiert – durch die Abstimmung von Stromverbrauch, intelligenter Aufwärmphase, Schnelllademanagement sowie Batterie- und Kabinen-Vorkonditionierung, die per Fernsteuerung bedient werden kann.


Das Fahrdynamikprofil des Ferrari Luce wurde so gestaltet, dass die enormen Vorteile einer Elektroarchitektur im Hinblick auf Schwerpunkt, Trägheit und Steuerungsfreiheit optimal genutzt werden. Dadurch bietet das neue Modell stets ein agiles und natürliches Fahrverhalten. Der Pilot übernimmt die Steuerung mithilfe des e-Manettino, das Leistung und Traktion moduliert, sowie des legendären Fünf-Positionen-Manettino mit einer Logik, die sich an die Traktionsbedingungen anpasst. Die neue Vehicle Control Unit (VCU) feiert im Ferrari Luce Premiere: Diese Steuerung integriert Antriebsstrang und Dynamiksysteme. Sie aktualisiert die Zielvorgaben 500 Mal pro Sekunde, während die Effizienzstrategien mithilfe der ebenso brandneuen Side Slip Control X koordiniert werden.


Elektrischer Vierradantrieb stellt eine Premiere für Ferrari dar. Er ermöglicht die volle Ausschöpfung des Potenzials von Torque Vectoring – für ein stets präzises und reaktionsschnelles Fahrverhalten. Gleichzeitig bürgen das neue System Torque Shift Engagement und ein weiterentwickeltes regeneratives Bremssystem für eine progressive Drehmomentabgabe und Motorbremswirkung, die eines Sportwagens würdig sind. Torque Shift Engagement ist die für Ferrari typische Antwort auf eine der Herausforderungen von Elektroantrieben: das Gefühl einer starken, plötzlichen Längsbeschleunigung, das beim Anfahren beunruhigend wirken kann, sich aber mit zunehmendem Tempo abschwächt. Ferrari hat ein patentiertes System entwickelt, das es gestattet, das verfügbare Drehmoment durch Betätigung der rechten Schaltwippe am Lenkrad zu erhöhen und gleichzeitig das Gefühl einer progressiven Beschleunigung beizubehalten. Beim Bremsen hingegen kann mit der linken Wippe eine zunehmend stärkere Motorbremswirkung nachgeahmt werden, die speziell kalibriert ist, um ein noch spannungsreicheres Fahrerlebnis zu bieten.


Der Antriebsstrang besteht aus vier Permanentmagnet-Synchronmotoren mit Radialfluss, die vom F80 abgeleitet wurden und vorn eine Höchstdrehzahl von 30.000/min sowie hinten von 25.500/min erreichen. Das System besitzt eine 800-Volt-Architektur und vereint Leistung mit Effizienz – durch Lösungen, die direkt aus dem Motorsport stammen. Der Hochvolt-Akku wurde in Maranello entwickelt, validiert und gefertigt. Er besteht aus 210 in Reihe geschalteten Zellen mit einer Gesamtkapazität von 122 kWh und unterstützt Schnellladung mit bis zu 350 kW. Der Akku wurde zudem als strukturelles Element des Fahrzeugs konzipiert. Die Steuerungselektronik verfügt über kompakte Wechselrichter und einen DC/DC-Wandler für das aktive Fahrwerk, um einen rekordverdächtigen Wirkungsgrad von über 98 Prozent zu erzielen.

Akku, Chassis und Karosserie des Ferrari Luce bilden ein integriertes System, das die strukturelle Leistung und Effizienz optimiert. Das Chassis kombiniert Hohlgussteile, Strangpressprofile und Aluminium, während an der Karosserie Strangpressprofile und Aluminiumblech zum Einsatz kommen. Die Architektur erlaubt eine Maximierung des Innenraums, da sie ohne Mitteltunnel auskommt und die Akkus unter dem Boden und den Rücksitzen platziert. Ein hoher Grad an Detailoptimierungen und die Integration eines elastischen mechanischen Hilfsrahmens hinten tragen zu Ferrari typischen Handlingeigenschaften sowie bestem Komfort bei. Das Batteriegehäuse unterstützt aktiv die Steifigkeit der Karosserie: Im Vergleich zu früheren viertürigen Modellen liegt sie um über 25 Prozent bei der Biegesteifigkeit und 35 Prozent bei der Torsionssteifigkeit höher. Die Einheit aus Karosserie und Batteriegehäuse zählt dabei zu den leichtesten der Klasse für ein Modell dieser Spezifikation. Abgerundet wird das Konzept mit der semi-virtuellen Doppelquerlenkerachse samt hochgesetztem oberen Querlenker, mit der unabhängigen Hinterachslenkung, optimierten Karbon-Keramik-Bremsen und innovativen Lösungen zur Reibungsreduzierung: zur Maximierung von Fahrspaß und Komfort.


Durch den umfassenden Einsatz von recyceltem Sekundäraluminium kann der CO ₂ e-Ausstoß bei der Produktion um etwa 70 Prozent des Gesamtgewichts des Modells reduziert werden.


Der Ferrari Luce schreibt ein neues Kapitel der Markenhistorie – und er setzt gleichzeitig die lange Geschichte kompromissloser Innovation, herausragender Fahrleistungen und einer Ingenieurskultur fort, die stets die Grenzen des Möglichen neu definieren will.

LOVEFROM
Ferrari Luce (2026)LoveFrom ist ein kreatives Kollektiv aus Architekten, Künstlern, Ingenieuren, Filmemachern, Grafikdesignern, Industriedesignern, Interaktionsdesignern, Motion Designern, Musikern, Sounddesignern, Schriftdesignern und Autoren. Das Kollektiv wurde 2019 von Jony Ive und Marc Newson gegründet und unterhält Studios in San Francisco und London. LoveFrom arbeitet eng mit OpenAI zusammen und ist mit einer Reihe sorgfältig ausgewählter Projekte befasst, zu denen Ferrari zählt.

ZITATE
John Elkann, Präsident von Ferrari:
„Mit dem Ferrari Luce definieren wir einmal mehr die Grenzen des Machbaren neu. Heute präsentieren wir nicht einfach nur ein neues Modell, sondern schlagen ein neues Kapitel auf, das unsere Vision Wirklichkeit werden lässt und die Tradition von Ferrari unterstreicht, die Zukunft vorauszusehen und zu gestalten. Ein solcher Fortschritt bei den Produktinnovationen war nur durch korrespondiere Innovationen bei den Prozessen möglich. Deshalb haben wir uns für neue Kooperationen entschieden, wie beispielsweise mit LoveFrom für das Design. Und wie immer stehen unsere herausragenden Forschungs- und Entwicklungskapazitäten auch hier kompromisslos im Dienst der fahrerischen Emotionen. Rom, der symbolträchtige Ort unseres ersten Sieges, wird zum Ausgangspunkt für einen Ferrari, der die Zukunft strahlen lässt und neue Horizonte eröffnet.“


Benedetto Vigna, CEO von Ferrari:
„Wir sind überzeugt, dass ein Unternehmen seine Führungskraft beweist, indem es den Mut hat, neue Wege zu beschreiten und sich den Herausforderungen neuer Technologien zu stellen. Der Ferrari Luce entstand genau aus dieser Herausforderung und repräsentiert unsere beispiellose Vision der Elektrifizierung. Nie zuvor haben wir unseren Kunden eine solche Wahlfreiheit geboten. Getreu unserem Prinzip der Technologieneutralität kombinieren wir als weltweit erste Marke vollelektrische Antriebe sowie Hybrid- und Verbrennungsmotoren für Sportwagen. Wir haben uns nicht nur auf Innovationen beim Antrieb beschränkt – mit dem Luce haben wir vielmehr ein völlig neues Segment in unserem Portfolio geschaffen. Dieses Modell ist das Ergebnis von über 60 neuen Patenten und bildet das Herzstück eines Ökosystems der Zusammenarbeit mit erstklassigen Technologiepartnern. Wir haben ein Modell entwickelt, das einzigartige Emotionen beim Fahren mit außergewöhnlicher Leistung, Fahrvergnügen und Komfort für die Ferraristi von heute und morgen vereint.“


DESIGN
Der Ferrari Luce ist das erste elektrische Modell aus Maranello. Sein Design entstand auf unkonventionelle Weise, was die Einzigartigkeit auf technologischer Ebene unterstreichen sollte – daher die Idee, das Projekt externen Designern anzuvertrauen, die nicht zum Designzentrum Ferrari Centro Stile unter der Leitung von Flavio Manzoni gehören. So wurde das Kreativkollektiv LoveFrom engagiert und beauftragt, eine unkonventionelle, multidisziplinäre Perspektive und die Erfahrung aus dem Luxussektor einzubringen, um vollkommen andere Ansätze zu ermöglichen und neue Designsprachen zu inspirieren.
Ferrari Luce (2026)
Der Ferrari Luce hat seine unverwechselbare Identität gerade deshalb erlangt, weil den Designern die Freiheit gegeben wurde, eine innovative und zugleich stimmige Form zu entwerfen. LoveFrom genoss bei der Entwicklung des Modells die nötige philosophische und gestalterische Autonomie, um einen umfassenden Gesamtentwurf zu präsentieren, dessen Bedeutung über das reine Automobildesign hinausgeht. Leitprinzip war die Vereinfachung – mit Stylingelementen, die an geschlossene Formen und klare, fließende Linien erinnern. In der Entwicklungsphase arbeitete LoveFrom eng mit dem Ferrari Designzentrum zusammen. Dabei verfeinerte man das Konzept in Übereinstimmung mit der ursprünglichen Intention – und unter der Gewähr, dass jede Lösung mit den funktionalen Zielen von Ferrari, mit architektonischen Beschränkungen und den Homologationsanforderungen eines seriengefertigten Sportwagens mit Straßenzulassung übereinstimmt.


EXTERIEUR
Der Elektroantrieb ermöglichte eine radikal neue Architektur, die dank ihrer Großzügigkeit Platz für vier Türen und fünf Sitze eröffnet. So entstand der erst zweite viertürige Ferrari und der erste mit fünf Sitzen. Ein prägendes visuelles Merkmal des Ferrari Luce ist die bestechende Klarheit des „Glass House“. Diese kompromisslose, schalenartige Form erstreckt sich bis unterhalb der Gürtellinie und zu den äußersten Enden der Karosserie. Die Luftströmung am vorderen und hinteren Aerodynamikflügel sowie über und um die Silhouette des „Glass House“ definiert Luftströmung, Fahrdynamik und Aeroakustik – und ermöglichte eine einzigartig puristische, schlichte Formgebung. Die Fokussierung auf Aerodynamik prägte die grundlegende Architektur: Alle Oberflächen wurden derart verfeinert, dass sie glatt, störungsfrei und ununterbrochen sind.


Der Innenraum des Luce wirkt deutlich geräumiger als er von außen erscheint. Das helle und luftige Interieur vermittelt ein großzügiges, klares Raumgefühl und bietet ein Höchstmaß an Wahlfreiheit und Flexibilität. Der Innenraum zelebriert Hunderte Komponenten, die mit großer Sorgfalt konzipiert und mit viel Liebe zum Detail bearbeitet wurden. In ihrer Gänze erzeugen sie ein harmonisches, klares Volumen, dessen Formen sich einfach und rational präsentieren, um auf diese Weise das Fahrerlebnis zu optimieren. Exterieur, Interieur und Bedienelemente folgen einer einheitlichen Designsprache.


Öffnet man alle vier Türen, offenbart sich eine symmetrische und taillierte Silhouette. Die großzügigen Öffnungen geben den Blick frei auf einen luftigen und geräumigen Innenraum. Die Front- und Heckleuchten sind transparent und Teil der primären Oberflächen. Im ausgeschalteten Zustand treten die Leuchten dezent in den Hintergrund und bewahren auf diese Weise die Klarheit der Form. Zugleich präsentieren sich die Halo-Rückleuchten als Reminiszenz an die Schönheit und Reinheit des 360 Modena und 458 Italia.


Ferrari Luce (2026)Die extreme Innovationskraft des Ferrari Luce manifestiert sich darüber hinaus im eigens entwickelten Raddesign. Der Luce verfügt über die größten gestuften Radgrößen, die je bei einem Ferrari Serienmodell für die Straße verbaut wurden: 23 Zoll vorn und 24 Zoll hinten.

Zwei Designs stehen dabei zur Auswahl: ein Schmiederad mit offenem Fünfspeichendesign und ein aerodynamisch optimiertes Turbinendesign.

Ferrari und LoveFrom arbeiteten im Rahmen der Entwicklung von präzisionsgefertigtem Hochleistungsglas eng mit dem Werkstoffspezialisten Corning zusammen. Die Partner lösten dabei komplexe technische Herausforderungen bei der Zusammensetzung und Formgebung der äußeren Verglasung. Dadurch konnte auch der Einsatz von Glas auf Oberflächen der Kabine ausgeweitet werden.


Zur Markteinführung umfasst die Farbpalette des Ferrari Luce die Alternativen Azzurro la Plata, Giallo Luce, Rosso Dino, Bianco Artico und Rosso Fiammante: Sie spiegeln allesamt den modernen Charakter des Modells wider. Insbesondere das speziell entwickelte Giallo Luce ist vom historischen Gelb des Ferrari Logos inspiriert und findet sich auch an den Radnaben und am Lenkrad wieder.


INTERIEUR
Ferrari Luce (2026)Das Benutzer-Interface folgt bei Ein- und Ausgabe klaren Strukturprinzipien. Bedienelemente und Anzeigen wurden funktional gruppiert, wobei die wichtigsten Einheiten für Bedienung und Feedback direkt im Sichtfeld des Fahrers liegen. Präzisionsgefertigte mechanische Tasten, Knöpfe, Drehregler und Kippschalter erhalten Ergänzung durch multifunktionale Digitalanzeigen. Tausende durchdachte Details vereinen sich, um ein einzigartiges Fahrerlebnis zu ermöglichen – gleichermaßen funktional, intuitiv und attraktiv.


Lenkrad, Schaltwippen und Instrumenteneinheit bilden die Steuerungs- und Kontrollzentrale. Die Instrumenteneinheit bewegt sich dabei mit dem Lenkrad, optimiert dadurch die Sicht des Piloten auf die Instrumente und unterstützt seine fahrerische Performance. Das Dreispeichenlenkrad besitzt eine einzigartige, puristische Form, gefertigt aus 100 Prozent Recycling-Aluminium. Als Sinnbild für Kontrolle ist das Lenkrad mit markanten und funktionalen analogen Bedienelementen in ergonomisch optimalen Positionen ausgestattet. Es besteht aus präzisionsgefertigtem und handbearbeitetem Aluminium mit eloxierter Oberfläche, Glaselementen und Ledergriffkranz. Das e-Manettino anagt den Energiefluss im System und optimiert auf diese Weise Energie und Reichweite. Das ikonische Manettino wiederum eröffnet den Zugriff auf verschiedene Dynamikeinstellungen, die den Charakter des Fahrerlebnisses beeinflussen.


Manuelle Schaltwippen steuern das Drehmoment für eine progressive Beschleunigung, kombiniert mit der beim regenerativen Bremsen erzeugten Energie. Die Drehmomentanzeige über dem Tachometer signalisiert dem Fahrer den optimalen Zeitpunkt für eine Erhöhung des Drehmoments. Der Magnetmechanismus der Schaltwippen gibt dem Piloten ein eindeutiges, präzises und angenehmes Feedback.


Die wichtigsten Informationen für den Fahrer konzentrieren sich im Kombiinstrument: einem mehrschichtigen Display, das digitale und mechanische Anzeigen vereint. Das freistehende Element verfügt über drei Rundinstrumente, jeweils mit Aluminiumeinfassung und präzisionsgefertigter Glasabdeckung, eingefasst in ein eloxiertes Aluminiumgehäuse. Das linke Rundinstrument zeigt die Leistung an. Es ist direkt mit dem e-Manettino verbunden und gibt Auskunft über die verfügbare Leistung und die Bremsenergierückgewinnung. Das mittlere Instrument zeigt die beiden wichtigsten Parameter auf einem Zifferblatt, das einen mechanischen Zeiger mit einer digitalen Anzeige kombiniert: Geschwindigkeit und Batteriestand. Rechts werden schließlich die Daten von sieben Funktionen abgebildet, die zur Optimierung der Fahrleistungen entwickelt wurden. Sie lassen sich über einen mechanischen Schalter am rechten analogen Bedienmodul einstellen.


Das Bedienpanel ist ein separates, schwenkbares Element, welches das Fahrerlebnis durch eine Kombination von mechanischen Bedieneinheiten und einem digitalen Touchscreen optimiert. Pilot und Beifahrer können das Bedienpanel mithilfe eines Griffs und der Handauflage schwenken. Drei physische Tasten steuern Klima, Fahrzeugeinstellungen und Medien. Separate Regler für Innenraumtemperatur, Lüftergeschwindigkeit, Sitzheizung und Belüftung sind auch während der Fahrt schnell und intuitiv erreichbar. Der Touchscreen dient der Regelung erweiterter Klimaeinstellungen sowie von Medien und Navigation.


Die multifunktionale Multigraph kombiniert mechanische Zeiger mit einem digitalen Zifferblatt und zeigt Uhrzeit, Kompass oder eine 60-Sekunden-Stoppuhr an. Im Launch-Modus wird automatisch eine 5-Sekunden-Stoppuhr aktiviert. Das Bedienfeld verfügt über ein hochauflösendes, speziell geformtes OLED-Display hinter einem robusten Deckglas mit hoher Sichtbarkeit, geschützt von einem gefrästen Aluminiumrahmen. Eine an der Rückseite angebrachte eloxierte Aluminiumhalterung dient gleichzeitig als Griff und Handauflage.


Das Bedienfeld im Dachhimmel verfügt über einen Zugschalter zur Aktivierung des Launch-Modus. Weitere Bedienelemente umfassen Außenleuchten, Defroster und das SOS-Notrufsystem. Der Launch-Modus erlaubt einen optimalen Start, indem er Drehmomentabgabe und Stabilitätskontrolle anpasst und zusätzliche Leistung bereitstellt. Während des Launch-Modus wechselt die Farbe der Leistungsanzeige auf Orange und vergrößert sich, um die erhöhte Leistungsabgabe anzuzeigen.


Als eigenständiges Modul integriert die Mittelkonsole Schlüssel, Schalthebel, Armlehnen, Ablagefächer und Bedienelemente für den Fond. Der Schlüssel symbolisiert dabei die permanente persönliche Verbindung des Piloten zu seinem Ferrari Luce. Beim Andocken des Schlüssels leuchtet das historische Ferrari Gelb auf und breitet sich über die gesamte Oberfläche aus. Zugleich wird so der Antrieb gestartet und der Schalthebel entriegelt – die Fahrt kann beginnen.


Das hintere Bedienfeld informiert einerseits die Fondpassagiere in Echtzeit über den aktuellen Fahrzustand und beherbergt zum anderen die Bedienung der hinteren Klimatisierung. Die Mittelkonsole ist mit italienischem Premiumleder bezogen und verfügt über Ablagefächer mit Alcantara-Auskleidung. Die Schaltwippen sind aus eloxiertem Aluminium und punktuell aus Strukturglas präzisionsgefertigt. Die Türgriffe wiederum bestehen aus eloxiertem Aluminium, bestückt mit hintergrundbeleuchteten elektronischen Verriegelungsknöpfen. Die hinteren Türen lassen sich über Knöpfe an der B-Säule schließen, die während der Fahrt deaktiviert sind.


Der Mitteltunnel beherbergt das Schlüsselfach, den Fahrmodus-Wählschalter, die Armlehnen, ein Ablagefach und Bedienelemente für die Rücksitze. Der Startvorgang beginnt mit dem Einstecken des Schlüssels, einem speziell entwickelten Bauteil aus „Corning Gorilla“-Glas – einem hochentwickelten Glas für den automobilen Einsatz, das außergewöhnliche Haltbarkeit und Kratzfestigkeit mit exzellenter Sichtbarkeit in Einklang bringt. Der Schlüssel verfügt über ein spezielles Display namens „E Ink“, das dank seiner bistabilen Eigenschaften nur dann Energie verbraucht, wenn es die Farbe ändert. Der Einsatz eines „E Ink“-Displays ist eine Weltneuheit in der Automobilindustrie.

Die Spezialisten von Samsung Display (SDC) entwickelten die OLED-Bildschirme exklusiv für den Ferrari Luce – gemäß den Spezifikationen, die im Rahmen der gemeinsamen Designphase für drei Displayplatzierungen in der Kabine vereinbart wurden: An der Instrumententafel in der Mittelkonsole und im Fond stehen insgesamt vier Displays bereit, mit Größen von 12,9, 12, 10,1 und 6,3 Zoll. Besonders hervorzuheben ist das mehrschichtige Design der Instrumententafel, das durch die Überlagerung zweier Panels entsteht und mit einer Aussparung in der oberen Schicht aufwartet. Dies erzeugt einen visuellen Eindruck von Tiefe und ermöglicht ein besonders leichtes Ablesen der Informationen – ganz im Sinne des Wunsches, digitale Ausgabe mit analoger Interaktion zu verbinden. Im Vergleich zu herkömmlichen LCD-Displays benötigt die OLED-Technologie keine externe Hintergrundbeleuchtung. Sie erlaubt zudem eine einfache und schlanke Struktur, bietet mehr Freiheit zur Integration und trägt zu einem aufgeräumten und kompakten Innenraum bei. Zudem beschränkt sich der Stromverbrauch auf die aktiven Pixel, was der Effizienz zugutekommt.


Ferrari Luce (2026)Die Sitze bestechen durch ihre ausgeklügelte und dennoch schlichte Form – sie bieten Funktionalität, optimalen Halt und luxuriösen Komfort. Die Kunden haben die Wahl zwischen zwei Mustern, vier Materialvarianten und zahlreichen Farbkombinationen. Alle Sitze lassen sich individuell elektrisch verstellen – die Bedienung gestaltet sich intuitiv und einfach. Die Vordersitze sind beheizbar und optional mit einer Massagefunktion erhältlich. Jedes Detail wurde sorgfältig durchdacht und konstruiert, bis hin zu den Sitzschienenabdeckungen.


AUDIOSYSTEM
Der Ferrari Luce verfügt über ein hochmodernes High-End-Audiosystem. 21 vollintegrierte
Lautsprecher bürgen für maximale Akustikleistung: Bändchen-Hochtöner, geschlossene Mitteltöner, Tieftöner, ein Subwoofer in einem extrem steifen Gehäuse, ein ultraflacher Lautsprecher im Dachhimmel für ein 3-D-Erlebnis und geschlossene Surround- Lautsprecher. Die Signalverarbeitung übernimmt die neue, proprietäre Software-Plattform Ferrari Audio Director, die alle Audiostreams des Fahrzeugs überwacht und Inhalte, Voreinstellungen, Funktionen und die Klangregelung verwaltet, um unter allen Bedingungen ein optimales Klangerlebnis zu garantieren. Die Haupteinheit integriert Hochleistungschips, die erstklassige, maßgeschneiderte Algorithmen ermöglichen. Die Verstärkung erfolgt über 24 Kanäle mit 3000 Watt, bereitgestellt von einem dedizierten Class-D-Verstärker mit hoher Leistungsdichte.


Ferrari stellt außerdem exklusiv Ferrari Audio Signature vor – eine einzigartige akustische Identität, die aus jahrelanger Forschung und Entwicklung hervorging: Fünf Voreinstellungen „Studio“, „Konzert“, „Immersiv“, „Oper“ und „Elektronisch“ sowie ein „Solo“-Modus optimieren das Hörerlebnis auf jedem Sitzplatz. Jedes Fahrzeug wird individuell mit einem speziell entwickelten, patentierten System vermessen, um eine hohe Audioqualität zu attestieren.


AERODYNAMIK
Ferrari Luce (2026)Die Entwicklung eines extrem leistungsstarken und gleichzeitig benutzerfreundlichen Elektromodells stellte Ferrari vor eine große neue Herausforderung. Dabei setzte sich das Unternehmen eine Reihe sehr ambitionierter, miteinander verknüpfter Ziele. Dazu gehörten ein neuer Standard für Ferrari im Hinblick auf Ergonomie und Fahrgastkomfort sowie die schnellstmögliche Ladegeschwindigkeit, was hinsichtlich der Kühlung eine besondere Herausforderung darstellt. Ein weiteres wichtiges Ziel war eine hohe Reichweite – ein Schlüsselfaktor für den Ferrari Luce. Um die Reichweite zu maximieren, musste der Luftwiderstandsbeiwert auf ein Minimum reduziert werden, was zu einem neuen Maßstab in der Ferrari Geschichte führte.


Die aerodynamische Entwicklung dauerte über fünf Jahre und umfasste rund 6000 CFD-Simulationen, 250 Stunden Windkanaltests an maßstabsgetreuen Modellen und etwa 80 Stunden mit einem originalen Fahrzeug. In der Konzeptphase wurden die Gesamtvolumina und die wichtigsten Bereiche definiert. Anschließend erfolgte in enger Kooperation von LoveFrom und dem Ferrari Designstudio die Festlegung der Formen. Schließlich wurde jedes einzelne Detail des Modells verfeinert, von der Anordnung der einzelnen Komponenten bis hin zu deren Passform, Abständen und Profilen. Selbst ein scheinbar einfaches Element wie der Scheibenwischer erforderte sorgfältige Untersuchungen, um die ambitionierten Leistungsziele zu erreichen.


Um den Luftwiderstand zu minimieren, besteht die Form des Luce aus fließenden, durchgehenden, konvexen Volumen ohne Unterbrechungen – keine Vertiefungen, scharfen Kanten oder abrupten Krümmungen. Aerodynamische Effizienz wird durch innovative Lösungen wie den scheinbar schwebenden Frontflügel und die Luftführung am Heck erreicht, gekrönt vom Heckflügel, der die Funktionalität eines Sportwagens mit gestutztem Heck nachahmt. Die Entwicklung dieser Konzepte wurde perfekt in die Designphilosophie des Modells integriert: Eine zentrale Zelle beherbergt die Passagiere, während der mechanische und antriebstechnische Kern des Fahrzeugs von Karosserieelementen umgeben ist, die scheinbar um ihn herum schweben, darunter insbesondere die Front- und Heckflügel.


Das Kühlsystem wurde ebenfalls auf maximale Effizienz ausgelegt: Aktive Grills schirmen die Kühler ab, wenn keine Kühlung benötigt wird. Unter bestimmten Bedingungen können sie sogar den entsprechenden Luftwiderstand eliminieren. Die Anordnung der Wärmetauscher (zwei vor den Rädern und ein zentral montierter Frontkondensator) ist so ausgelegt, dass bei geschlossenen Kühlergrills eine tropfenförmige, aerodynamische Form entsteht, die der eines Flugzeugs ähnelt. Das aktive Fahrwerk trägt ebenfalls zur Aerodynamik bei, indem es die Vorderräder unter bestimmten Fahrbedingungen um bis zu 10 Millimeter absenkt.

Die Form der aerodynamischen Räder wurde von der eines Düsentriebwerks inspiriert. Dies reduziert den Luftwiderstand um etwa 5 Prozent, indem die Nachlaufströmung des Rades minimiert wird, ohne die Bremsenkühlung zu beeinträchtigen. Am Unterboden tragen eine ebene Oberfläche der strukturell integrierten Batterie und sorgfältige Abdichtungen dazu bei, Wärmeverluste zu reduzieren und die aerodynamischen Eigenschaften zu optimieren.


Besonderes Augenmerk legten die Entwickler auf aeroakustischen Komfort: Spezielle Konturen an wichtigen Oberflächen minimieren die Wirbelbildung und reduzieren so den Geräuschpegel. Der Regen- und Wasserablauf wurde ebenfalls verfeinert, um die Sicht bei Nässe zu verbessern und gleichzeitig den Luftwiderstand zu minimieren. Weiterhin widmete man sich mit großer Sorgfalt Details wie Spaltmaßen, Passgenauigkeit der Kompoenten und bündigen Übergängen an Verglasung, Türgriffen und Kofferraumklappe. Dies trägt zur Verbesserung des Luftwiderstandsbeiwerts ebenso bei wie zur Aeroakustik.


THERMOMANAGEMENT
Das Thermomanagement ist ein entscheidender Faktor für Energieeffizienz, Dynamik, Fahrspaß sowie die Zuverlässigkeit von Batterie, Achsen und aktiver Federung sowie nicht zuletzt für den Fahrkomfort. Das System wurde von Grund auf neu konzipiert, entwickelt und validiert, um eine einfache, leichte und vielseitige Architektur zu realisieren. Dabei wurde berücksichtigt, dass in einem Elektroauto jede einzelne Energieeinheit sorgfältig gemanagt werden muss.


Das Ökosystem basiert auf drei Architekturen, die um drei wichtige Flüssigkeiten bzw. Gemische herum aufgebaut sind: Kühlmittel, Wasser und Luft. Beim Kühlmittel arbeitet man dabei mit Systemen und Know-how, die vom F80 und Ferrari Purosangue übernommen wurden. Wasser befindet sich im Ferrari Luce auf drei Ebenen: niedrige Temperaturen für das Wärmemanagement der 800-Volt-Batterie und der Nebenaggregate; mittlere Temperaturen für Wechselrichter, Achsen und aktives Fahrwerk; sowie die Kabine, wo das Mitteltemperatursystem Wärme von den Elektromotoren nutzt und eine elektrische Heizung zur Reduzierung von Temperaturschwankungen einsetzt. Schließlich wird die Luft über drei aktive Gitter gesteuert: zwei seitliche Lüftungsgitter für die Wasserkühler und ein zentrales Gitter für den Kühlmittelkondensator. Dies alles erfolgt mithilfe einer Steuerungslogik, die den Gesamtverbrauch minimiert, indem sie Luftwiderstand sowie den Stromverbrauch von Pumpen und Kompressor in Balance hält. In sehr kalten Klimazonen mischt das Klimasystem automatisch Außen- und Umluft, um die Belastung der Wärmetauscher zu reduzieren und somit die Reichweite zu erhöhen.


Die hochentwickelte Steuerungssoftware regelt Ventile und Pumpen mit enormer Flexibilität – dank Möglichkeiten wie einer kombinierten Aufwärmfunktion von Wärmetauschern und Achsen unter winterlichen Bedingungen, einem Schnelllademanagement und der Vorkonditionierung von Akku und Kabine während des Ladevorgangs, um den Energieverbrauch in der Batterie zu reduzieren oder zu eliminieren. Per Fernsteuerung kann darüber hinaus eine sofortige Vorkonditionierung gestartet werden, um das Fahrzeug schnell vorzubereiten.


FAHRDYNAMIK
Der Ferrari Luce entstand von Grund auf neu – frei von den Zwängen und Einschränkungen vorheriger Designs: Erstmals wurde ein Ferrari Modell vollständig auf Basis der Elektrotechnologie entwickelt. Die enge Zusammenarbeit mit LoveFrom eröffnete dem Unternehmen zudem neue Perspektiven und trug dazu bei, die Interaktion zwischen Pilot und Fahrzeug neu zu definieren.


Die 800-Volt-Batterie wurde mittig im Fahrzeugboden integriert und besonders tief positioniert. Dank dieser Lösung, kombiniert mit kurzen Überhängen und einem kompakten Achslayout, erreicht das Modell einen um 95 Millimeter niedrigeren Schwerpunkt und ein 15 Prozent geringeres Gierträgheitsmoment als der Ferrari Purosangue. Dies führt bei Richtungswechseln zu einer Handlingcharakteristik, die der eines rund 400 Kilo leichteren Wagens entspricht.


Die Grundarchitektur des Ferrari Luce wird charakterisiert von einer weit vorn liegenden Fahrgastzelle, einem mit dem 296 GTB identischen Abstand zwischen Sitz und Vorderachse und einem großzügigen Platzangebot im Fond, das durch drei Rücksitze und ähnliche Innenraumproportionen wie beim Ferrari Purosangue gewährleistet wird. Diese Faktoren tragen dazu bei, dass der Ferrari Luce im wahrsten Wortsinn ein Sportwagen ist, ohne dabei Kompromisse bei Komfort oder Flexibilität einzugehen.


Aufseiten des Antriebsstrangs bietet der Ferrari Luce vier völlig unabhängige Motoren: zwei vorn als Weiterentwicklung der mit dem SF90 Stradale, 499P und F80 gesammelten Expertise und zwei hinten – alle im eigenen Haus entwickelt und gefertigt, ganz in der Tradition von Ferrari. Dieses Layout ermöglicht Torque Vectoring an beiden Achsen sowohl beim Beschleunigen als auch beim Bremsen, mit vollständiger Kontrolle des Giermoments und einem natürlichen Ansprechverhalten, das in dieser Art mit einer herkömmlichen mechanischen Lösung nicht zu erreichen ist.


Modernste Systeme ermöglichen die unabhängige Ansteuerung jedes einzelnen Rades in seinen drei grundlegenden Funktionen: Beschleunigen/Bremsen, Lenken und Kontrolle der Aufstandsfläche. So entsteht eine Fahrdynamik, die perfekt der Ferrari DNA entspricht, die aber durch die Reaktionsschnelligkeit eines Elektroantriebs nochmals optimiert wird. Der neue Luce ist daher ein Ferrari der besonderen Art: Er vereint Leistung, Fahrspaß, Komfort und ein einzigartiges Fahrerlebnis auf eine Weise, die mit einem Verbrenner nie möglich gewesen wäre. Damit schlägt die Marke ein neues Kapitel auf, ohne ihre Philosophie zu verleugnen.


Am Lenkrad befinden sich nebeneinander das fünfstufige Manettino und das dreistufige e-Manettino. Die zweite Einheit definiert Leistung, Drehmomentverlauf, Traktionsart und maximale Performance, während die Rekuperation in allen „Drive“-Fahrstufen konstant bleibt. Im Modus „Range“ ist die Leistung auf 320 kW begrenzt, der Antrieb erfolgt vorwiegend über die Hinterräder, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 260 km/h und spezielle Strategien maximieren die Effizienz, ohne Geschmeidigkeit und Dynamik zu beeinträchtigen. Im Modus „Tour“ steigt die verfügbare Leistung auf 460 kW, der Allradantrieb ist permanent aktiv und die Höchstgeschwindigkeit bleibt bei 260 km/h: Dieser Modus bietet ein gleichmäßiges Fahrverhalten unabhängig vom verbleibenden Energielevel. Im Modus „Performance“ erreicht die maximale Leistung mit permanentem Allradantrieb 725 kW und das Modell erreicht eine Spitzentempo von 310 km/h bei maximaler Reaktionsschnelligkeit.


Das fünfstufige Manettino mit Einstellungen von „Eis“ bis „ESC Off“ bietet eine neue „Dry“-Position, die sich ideal für den Autoalltag eignet. Eine neue adaptive Logik, basierend auf Grip-Schätzungen des Systems Side Slip Control X, sorgt für ein stets vorhersehbares Ansprechverhalten. Auf der rechten Seite des Kombiinstruments werden im „Dynamic Dial“-Display die Steuerungseinstellungen nach Funktionen kategorisiert angezeigt.


VEHICLE CONTROL UNIT
Das Herzstück der Architektur bildet die neue Vehicle Control Unit (VCU), die Weltpremiere in einem Ferrari feiert. Sie vereint erstmals Antrieb und Fahrdynamik in einem einzigen Steuergerät, das ein dreistufiges Netzwerk managt: 800 Volt (Motoren), 48 Volt (aktives Fahrwerk) und 12 Volt (Nebenaggregate). Die VCU interpretiert Fahrereingaben und Komponentenstatus, regelt Leistungsabgabe sowie Energierückgewinnung und aktualisiert die Ansteuerwerte 500 Mal pro Sekunde.


Im e-Manettino-Modus „Range“ aktiviert die VCU eine hochfrequente, alternierende Traktionslogik zwischen dem rechten und linken Hinterrad, um konstant im Bereich maximaler Effizienz zu arbeiten. Eine Funktion, die Verluste vermeidet, wenn weder Kraftübertragung noch Rekuperation erforderlich sind. Sie entkoppelt zudem die Vorderachse physisch, wann immer sie nicht benötigt wird, wobei die Möglichkeit einer schnellen Reaktivierung erhalten bleibt. Dies führt zu einem mit 15 Prozent deutlich geringeren Energieverbrauch bei gleichbleibendem Fahrkomfort.


Im „Performance“-Modus passt die Power Deployment Control (PDC)-Logik der VCU die Leistung proaktiv an die elektrische und thermische Belastung der Hochvoltbatterie an und bringt den Faktor Nachhaltigkeit näher an die Spitzenleistung heran, während gleichzeitig das Layout schlank bleibt. Das Ergebnis ist länger anhaltende Leistung und eine gleichmäßige, progressive Reaktion auch bei Wiederholung oder starker Beanspruchung.


Zur Unterstützung von Reichweitenschätzung und Routenplanung dient der Vehicle State Estimator (VSE). Das System ist ebenfalls in der neuen Vehicle Control Unit enthalten und bietet dem Piloten maximale Sicherheit, indem es den Energiezustand durch einen datengestützten, lernbasierten Ansatz rekonstruiert, der Fahrgewohnheiten speichert, seine Prognosen in Echtzeit aktualisiert und spezielle Überwachungsschnittstellen auf dem Kombiinstrument bereitstellt.


ELEKTRONISCHE STEUERUNGEN
Das dynamische Verhalten des Ferrari Luce wird durch das hochgelobte Side Slip Control-System in seiner neuesten Version mit der Bezeichnung Side Slip Control X gesteuert. Es enthält sowohl neue Komponenten als auch bekannte Technologien, wie Active Suspension Control 3.0 (ASC), PCV 3.0 (Passo Corto Virtuale – virtueller kurzer Radstand), Ferrari Dynamic Enhancer+ (FDE+) und ABS Evo.


Der erste vollelektrische Ferrari mit Vierradantrieb ist mit vier unabhängigen Motoren ausgestattet, zwei an jeder Achse. Die eröffnet maximale Freiheit bei der Drehmomentverteilung zwischen den Achsen. Das System Torque Vectoring ist in zwei Funktionen unterteilt: Die erste ist das virtuelle Differenzial (vDiff) an der Hinterachse, das für Spurtreue und Stabilität auf geraden Strecken sorgt. Es filtert Unebenheiten der Fahrbahn heraus und trägt insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten zu einem linearen, neutralen und vorhersehbaren Fahrverhalten bei. Die zweite Funktion ist Ferrari Lateral Optimization Wheeltorque (FLOW), das eigentliche, an beiden Achsen wirkende Torque Vectoring: Beim Herausbeschleunigen aus Kurven optimiert FLOW die Traktion am Hinterachsdifferenzial und kontrolliert Unter- und Übersteuern am Vorderachsdifferenzial. Dadurch reagiert die Vorderachse direkt und präzise. Außerdem greift es beim Einlenken in Kurven ein, indem es ein negatives Drehmoment weiterleitet, um das Fahrzeug zu stabilisieren und die Energierückgewinnung zu optimieren.

Das elektrische Traktionskontrollsystem (eTrac) des Ferrari Luce basiert auf dem mit dem F1-Trac gewonnenen Know-how – es wurde für eine Architektur mit vier vollkommen unabhängigen Motoren weiterentwickelt. Jedes Rad verfügt über einen eigenen Drehmomentaktuator. Sobald die Haftung an einem Rad nachlässt, greift eTrac präzise ein, ohne die Haftung der anderen Räder zu beeinträchtigen. Die Modulation ist somit hochgradig gezielt sowie proportional und gewährleistet maximale Performance bei absoluter Stabilität. eTrac ist darauf ausgelegt, Stabilität und Fahrkomfort auch bei geringer Haftung zu garantieren, wo die Traktionskontrolle naturgemäß empfindlicher reagiert. Bestimmte Funktionen wurden in die Wechselrichter integriert, wodurch Korrekturen des Drehmoments im Millisekundenbereich möglich sind und gleichzeitig ein natürliches, geschmeidiges Fahrverhalten unter allen Bedingungen erhalten bleibt.

Unter den Regelsystemen des Modells sind einige besonders hervorzuheben: ASC 3.0 für das aktive Fahrwerksmanagement, das beim Ferrari Luce neben Fahrkomfort und Handlingfunktionen auch zur Gesamteffizienz beiträgt, indem es das Fahrzeug bei Bedarf vorn um 10 Millimeter absenkt und durch Ausnutzung der relativen Rad-Karosserie-Bewegung Energie zurückgewinnt; FDE+, das den elektrischen Aktuatoren Priorität einräumt; die unabhängig lenkbaren Hinterräder (PCV 3.0) und ABS Evo, integriert mit erweiterter regenerativer Bremslogik.


Das fortschrittliche regenerative Bremssystem eCRB nutzt eine Batterie, die bis zu 0,5 MW aufnehmen kann, und vier Motoren, die bis zu 0,5 g regenerieren können: Das ist nahezu die gesamte im normalen Straßenverkehr auftretende Bremskraft. Damit erhöht sich der elektrische Beitrag im Vergleich zu früheren Ferrari Hybridmodellen um 50 Prozent, während die Bremskraft differenziert auf die vier Räder verteilt wird. Vorteile sind eine um 20 Prozent größere Reichweite auf bergigen Straßen und ein 5-Prozent-Plus im Autobahnverkehr.


Die SSC X-Architektur verfügt über den vom F80 weiterentwickelten FIVE-Kalkulator: Er erstellt einen digitalen Zwilling, der das Verhalten des Fahrzeugs in Echtzeit repliziert. Dieses System repräsentiert eine Weiterentwicklung der im neuesten Ferrari Supersportwagen verbauten Version. Im Ferrari Luce führt FIVE eine zweiachsige Kalkulation der Straßenneigung ein. Die höhere Auflösung der Motorrotorsensoren gewährleistet dabei eine genauere Abschätzung des Radschlupfs und somit eine robustere Steuerung.


Das Fahrzeug verfügt über eine vollständige Palette moderner Assistenzsysteme, die entsprechend der Ferrari Dynamikphilosophie auf progressive Eingriffe kalibriert sind. Zu den Systemen zählen ACC, AEB mit Radfahrererkennung, LDW, LKA, BSD, RCTA, Surround View 3D, Aufmerksamkeitsassistent und Verkehrszeichenerkennung. Die Integration in den elektrischen Antriebsstrang ermöglicht fortschrittliche Funktionen, wie die Modulation der Bremsenergierückgewinnung mithilfe von Smart Overbrake. Diese Funktion nutzt das Frontradar, um das regenerative Drehmoment beim Gaswegnehmen zu modulieren und, wenn möglich, ohne Betätigung der hydraulischen Bremse zu verzögern.


Das Torque Shift Engagement-System feiert im Ferrari Luce seine Premiere – es führt eine völlig neue Philosophie beim Drehmomentmanagement ein. Fünf Leistungsstufen lassen sich über das rechte Schaltpaddel auswählen, fünf Abstufungen der Motorbremse sind über das linke Schaltpaddel wählbar. Jede Betätigung passt die entsprechende Stufe an und erzeugt so ein stufenloses Zusammenspiel von Verzögerung und Beschleunigung. Das System simuliert keine Gangwechsel, sondern definiert eine neue Drehmomentsprache. Die typische Leistungsentfaltung von Elektroantrieben wird in eine vom Piloten steuerbare, sanfte und gleichmäßige Entwicklung über einen weiten Geschwindigkeitsbereich umgewandelt. Die Möglichkeit, Motorbremsung und maximale Leistung anzupassen, integriert ein aktives Element der Entscheidung in das Kurvenmanagement: Vor dem Einfahren in eine Kurve kann der Fahrer den Grad des negativen Drehmoments einstellen, während sich am Kurvenausgang die Leistungsentfaltung entsprechend der Haftung und dem Kurvenradius anpassen lässt. Diese Kombination ermöglicht in jeder Situation eine kontinuierliche, fließende und intuitive Interaktion zwischen Pilot und Fahrzeug.


Die Launch Control des Ferrari Luce maximiert die Beschleunigung durch einen zusätzlichen Drehmoment-Boost an allen vier Motoren und weitere 40 kW aus der Batterie. Die Spitzenleistung beträgt dabei 765 kW, was eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 2,5 Sekunden und von 0 auf 200 km/h in 6,8 Sekunden ermöglicht. Das Interface bietet im Cockpit ein spezielles Tutorial, das die legendäre Launch Control-Startsequenz aus Maranello noch spannender und intuitiver gestaltet.


FAHRWERK
Die Reifen des Ferrari Luce wurden mit dem Ziel entwickelt, den Rollwiderstand um 15 Prozent zu reduzieren, ohne die Haftung auf trockener und nasser Fahrbahn zu beeinträchtigen. Durch die geringere Änderung der Last, die auf die Reifen übertragen wird, konnten die Ferrari Ingenieure neue Leistungsgrenzen definieren sowie Effizienz und Grip in Einklang bringen, ohne Kompromisse bei der Dynamik machen zu müssen. In diesem Zusammenhang wurde gemeinsam mit Pirelli, Michelin und Bridgestone ein komplettes Programm entwickelt, bestehend aus zwei Sommerreifen, zwei Winterreifen und einem Runflat-Reifen. Alle Reifenmischungen sind optimal auf den elektrischen Vierradantrieb und die Torque-Vectoring-Strategien des Luce abgestimmt. Als Ergebnis leisten die Reifen einen direkten und wichtigen Beitrag zu Reichweite, Stabilität und einem natürlichen Fahrgefühl mit progressivem Feedback, das der Pilot unmittelbar wahrnehmen kann.


Die semi-virtuelle Vorderradaufhängung nutzt einen geteilten unteren Querlenker, um die virtuelle Lenkachse sehr nahe am Radmittelpunkt zu positionieren: Die Lenkung reagiert so weniger empfindlich auf Fahrbahnunebenheiten und Drehmomentspitzen, die auf die Räder übertragen werden. Zudem werden Lenkreaktionen beim Bremsen reduziert und die Aufstandsfläche optimiert. Die gewählte Lenkübersetzung reagiert im Vergleich zu früheren Anwendungen 13 Prozent schneller, um die Agilität des Fahrzeugs mit einem progressiven Ansprechen beim Einlenken in Kurven zu verbinden. Die Kombination aus semi-virtueller Lenkung und Lenkgetriebe optimiert die Eigenschaften der Vorderachse: hervorragendes Feedback, natürliches Ansprechverhalten und die Filterung von Fahrbahnunebenheiten – ganz im Sinne des Charakters und des Komforts, die den Ferrari Luce auszeichnen. 

Die aktiven Stoßdämpfer des Luce repräsentieren eine Weiterentwicklung der im Ferrari Purosangue und F80 eingeführten Dämpfer. Sie wurden durch die größere Flexibilität der elektrischen Architektur und den niedrigeren Schwerpunkt nochmals optimiert. Wichtigste Neuerung ist eine Kugelumlaufspindel im Inneren des Dämpfers: Die 20 Prozent höhere Steigung verbessert Absorptionsfähigkeit sowie die Kontrolle vertikaler Stöße und reduziert die auf das Chassis übertragene Trägheitskraft bei vertikalen Stößen. Die Dämpfer sind zudem 2 Kilogramm leichter als frühere Lösungen und verfügen über ein Thermoelement zur Überwachung der Öltemperatur und zur Standardisierung des Ansprechens bei Kälte.


Dank der erweiterten regenerativen Bremsfunktion konnte die Größe des Bremssystems optimiert werden, wodurch sich im Vergleich zu Verbrennern ähnlicher Abmessungen rund 3 Kilo Gewicht sparen ließ. Die vorderen Bremsscheiben mit Dimensionen von 390 × 34 mm verfügen über eine neugestaltete Bremsfläche, während die hinteren, 372 × 34 mm messenden Scheiben mit neu entwickelten Bremssätteln aus recyceltem Aluminium bestückt sind. Die Räder besitzen Dimensionen vom 23 × 9,5J vorn und 24 × 11J hinten. Trotz der größeren Abmessungen im Vergleich zu anderen Ferrari Modellen ist das Gewicht bei einer jeweiligen gewichtsoptimierten Konfiguration durchschnittlich 6 kg geringer.


Die strukturellen Bauteile bestehen aus Recycling-Aluminium. Dank ihrer fortschrittlichen Konstruktion konnten Gewicht und Leistungsvermögen im Vergleich zu früheren Lösungen deutlich reduziert werden. So verringert beispielsweise der Einsatz eines Radnabenlagers der dritten Generation mit Verschraubung und reibungsarmen Dichtungen den Rollwiderstand um 50 Prozent und erhöht die Reichweite um rund 9 Kilometer.


SOUND
Die Entwicklung des Klangs des ersten elektrischen Ferrari zählte zu den faszinierendsten und komplexesten Herausforderungen in der jüngeren Geschichte des Cavallino Rampante. Fünf Jahre Entwicklungsarbeit und 40.000 Kilometer Testfahrten auf der Rennstrecke führten das Unternehmen zur Kreierung einer revolutionären Methode. Sie ermöglicht eine ausgewogene Synthese zwischen dem Klang des Antriebs und einem beispiellosen Maß an akustischem und vibrationsbedingtem Komfort. Der Sound des Antriebsstrangs wird von einem Sensor erfasst, der den durch das massive Material der Achsen übertragenen Schall verstärkt und in den Innenraum leitet – ähnlich wie bei einem Gitarrenverstärker. Mithilfe von Elektrotechnologie werden die charakteristischen Merkmale des akustischen und vibrationsbedingten Komforts durch innovative Lösungen maximiert.


Das Soundkonzept des Ferrari Luce basiert auf einer klaren Entscheidung: In einem elektrischen Ferrari kann Klang nur dann existieren, wenn er authentisch und funktional ist. Das bedeutet, er muss in der Mechanik verwurzelt sein und dem Fahrerlebnis dienen – niemals künstlich konstruiert. Aus diesem Grund wird der Sound des Luce nicht erzeugt, sondern direkt an der Quelle aufgenommen: Die Geräusche, die die elektrischen Achsen erzeugen und als Vibrationen durch das Metall übertragen, werden in Echtzeit von einem Präzisionsbeschleunigungsmesser im Hinterachsgehäuse erfasst. Der Sensor überträgt die lebendige Klangstruktur rotierender Komponenten, Zahnräder und Elektromotoren in den Innenraum, mit jeweils eigenem Klangprofil für die linke und rechte Seite. So entsteht eine unmittelbare Reaktion auf die Interaktion zwischen Pilot, Straße und Antriebseinheit.


Das Signal wird von einem speziell von Ferrari entwickelten und patentierten Filter- und Entzerrungssystem verarbeitet, das durch permanente Verarbeitung in Echtzeit die feineren Noten verstärkt und die weniger erwünschten abschwächt. Resultat ist ein lebendiger Klang mit ständig weiterentwickelnden Mikrovariationen und Nuancen, die der analogen Natur der Quelle innewohnen und aus diesem Grund nicht durch einen synthetischen Ton nachgebildet werden können.


Diese Authentizität ermöglicht es, der Ferrari DNA treu zu bleiben und den natürlichen Klang der elektrischen Achse durch eine harmonische Mischung zu verstärken. Sie unterscheidet sich deutlich von einem Verbrennungsmotor, ist mit ihm aber dennoch verwandt: Der Klang basiert weiterhin auf der Physik eines rotierenden Mechanismus und behält eine kontinuierliche, harmonische Struktur bei, die beinahe musikalische Qualität aufweist. Die Entwicklung über das Geschwindigkeitsband entfaltet sich in mehreren, mit dem Tempo korrespondierenden Phasen, mit einer Fülle an Mikroharmonien, die das Hörerlebnis stets frisch halten und im Laufe der Zeit neue Nuancen offenbaren.


Gemäß dieser funktionalen Philosophie erfolgt die Klangverstärkung in der „Perfo“-Position des e-Manettinos, wenn klangliche Ausdruckskraft erforderlich ist, um den Dialog zwischen Pilot und Fahrzeug zu intensivieren: Es entsteht eine ganz eigene Klangsprache, die dem Verhalten von Verbrennungsmotoren nachempfunden ist und dem Fahrer ermöglicht, Rückmeldungen vom Wagen zu erhalten und jede Aktion präzise abzustimmen. Zusammen mit den anderen beteiligten Sinnen nimmt das Gehör diese Rückmeldung auf natürliche, unmittelbare und unaufdringliche Weise auf und verfeinert so das Fahrerlebnis.


Von entscheidender Bedeutung ist hierbei die zweigleisige Klangwiedergabe. Die erste Stufe bildet den Kern des Innenraumklangs und verstärkt diesen nach außen, um eine natürliche Schallwellenfront zu erzeugen, die proportional zum Drehmoment zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt wird. Die zweite Stufe wird im Innenraum verstärkt und fügt hochauflösende Details und Nuancen hinzu, um das Klangbild zu verfeinern. Das Ergebnis ist neben der Klangqualität im Innern ein Fahrzeug, das schon von außen beim Annähern und Vorbeifahren hörbar ist und dessen Klangsignatur dem Anspruch an Authentizität und dem Konzept des Klangs als Teil des Fahrerlebnisses entspricht.


Der Ferrari Luce kann zwischen maximaler Klangintensität und maximaler Stille umschalten, wenn sich das e-Manettino in der Position „Range“ befindet. In der Stellung „Tour“ bietet es ein neues, sportliches Fahrerlebnis. Dieser Modus bietet eine reduzierte Version der Maximalleistung bei gedämpftem Klang. So kann der Fahrer die Drehmomentsteuerung über die Schaltwippen nutzen und gleichzeitig einen hohen akustischen Komfort für sich und die Passagiere genießen.


NVH (NOISE, VIBRATION, HARSHNESS)
Der Steigerung des Vibrations- und Akustikkomforts haben die Ferrari Ingenieure beim neuen Luce besonderes Augenmerk gewidmet, auch wenn hier die geräuscherzeugenden Quellen fehlen, die ein Verbrennungsmotor mit sich bringt. Dadurch wurde es möglich, den komfortabelsten Ferrari aller Zeiten zu präsentieren und gleichzeitig die außergewöhnliche Handlingcharakteristik der Marke zu bewahren.


Die neue Elektroplattform ermöglichte eine optimierte Verteilung von Massen und Steifigkeit für maximalen Fahrkomfort – bei gleichzeitiger Verbesserung der aktiven Federung und ihrer Regelsysteme. Um das Chassis von Vibrationen der Fahrbahn und des Antriebsstrangs zu entkoppeln, wurden die Positionen der Verbindungspunkte und die Steifigkeitsprofile der Buchsen optimiert. Diese sind speziell darauf ausgelegt, sich bei sportlicher Fahrweise unter Last um ein Vielfaches zu versteifen. Durch eine fortschrittliche flexible Karosseriemodellierung wurde die dynamische Integration von Chassis, Hilfsrahmen und der Unterflurbatterie – die als hochsteifer Trägheitsdämpfer fungiert – optimiert. Ein weiteres Merkmal ist die Feinabstimmung eines auf die Lenksäule abgestimmten und in das Lenkrad integrierten Massendämpfers, der die auf unebenen Fahrbahnen spürbaren Vibrationen an den Händen deutlich reduziert.


Um die Geräusche der elektrischen Achsen zu reduzieren, entwickelte Ferrari den Prototypen eines Befestigungssystems mit zweistufiger Filterung von strukturell bedingten Geräuschen. Hinten wird eine doppelte Filterung durch die Verbindung der Achse mit dem flexiblen Hilfsrahmen über Buchsen erreicht; vorn ist die Achse über Hochfrequenzbuchsen mit speziellen Zwischenelementen und diese wiederum über Niederfrequenzbuchsen mit dem Chassis verbunden. Die Konstruktion des Prototyps und die Positionierung der Befestigungen basieren auf der Optimierung der Übertragungswege mithilfe einer speziell für den Ferrari Luce entwickelten Methodik. Diese integriert psychoakustische Studien und die Übertragungsweganalyse (Transfer Path Analysis – TPA) durch Berechnungen und Experimente. Die Geräuschpegel wurden durch spezielle Strategien zur Eliminierung elektromagnetischer Störquellen weiter reduziert: Die Einspeisung von Oberwellenströmen erzeugt im Stator Kräfte, die phasenverschoben zu den Kräften sind, die durch die Wechselwirkung mit dem Rotor des Elektromotors während der Drehmomentabgabe entstehen. Dadurch können die geräuschverursachenden Komponenten gezielt kompensiert werden, ohne Drehmomentabgabe oder Effizienz zu beeinträchtigen.


Schließlich erforderte die Reduzierung der durch die Wechselwirkung zwischen Fahrzeug und Luft entstehenden Geräusche eine enge und detaillierte Zusammenarbeit mit der Aerodynamikabteilung. Die enorme Vergrößerung der Glasflächen bedingte eine spezielle Konstruktion des Glasaufbaus, der in jedem Bereich entsprechend den externen aeroakustischen Quellen optimiert wurde. Die neue Plattform mit der unter dem Fahrzeugboden platzierten Batterie ermöglichte zudem eine optimierte Verteilung der Schalldämmmaterialien und den Einsatz gezielter Dichtungslösungen. Das Ergebnis ist ein Akustikkomfortpaket, das das Modell an der Spitze seiner Klasse positioniert.


Antrieb
Der Antriebsstrang des Ferrari Luce vereint Leistung, Effizienz und optimale Kontrolle. Er bringt dabei das Know-how und die Prozesse aus jahrelanger Entwicklungsarbeit von Rennmotoren in ein Serienmodell ein. Die Elektrotriebwerke werden in Maranello entwickelt, getestet und hergestellt, um in bester Ferrari Tradition die volle Kontrolle über Qualität und Prozesse zu gewährleisten.


ELEKTROMOTOREN
Für den Ferrari Luce fiel die Wahl auf Radialmagnet-Synchronmotoren, die auf den im F80 erwendeten Aggregaten basieren und die Expertise aus der Formel 1 und der Langstrecken-Weltmeisterschaft nutzen. Solche Lösungen waren bisher typisch für Prototypen oder Kleinserien: Ferrari hat nun die Produktion hochgefahren und dabei die hohen Qualitätsstandards beibehalten. Die Entwicklung des Motorensystems wurde durch über 120.000 Stunden Forschung und Entwicklung, mehr als 250 auf dem Prüfstand getestete Triebwerke und neun Patente unterstützt.


Die Architektur arbeitet mit bis zu 800 Volt, wobei die Hinterachsmotoren 310 kW sowie 355 Nm und die Aggregate an der Vorderachse 105 kW und 140 Nm liefern. Die Gesamtleistungsdichte pro Achse erreicht 4,80 kW/kg. Die Vier-Motoren-Architektur mit zwei Einheiten pro Achse wurde nicht allein zur Steigerung der Gesamtleistung entwickelt, sondern primär zur deutlichen Verbesserung der Drehmomentkontrolle. An der Hinterachse werden im Launch-Control-Modus bis zu 7.750 Nm auf die Straße übertragen. Dieser Wert ergibt sich aus den 355 Nm jedes Hinterachsmotors, verstärkt durch die Achsübersetzung. Er bezieht sich auf das Drehmoment an der Achse nach der Untersetzung und ist direkt mit der Fähigkeit des Systems zur Längsschuberzeugung verknüpft, während das tatsächlich auf die Straße übertragene Drehmoment vom dynamischen Radius und den Haftungsbedingungen der Reifen abhängt. Bei Hochleistungs-Elektromodellen ist es wichtig, zwischen Motordrehmoment, Systemdrehmoment und Raddrehmoment zu unterscheiden. Die gleiche Konfiguration mit zwei Motoren pro Achse ermöglicht es auch, von Torque Vectoring mit unabhängiger Drehmomentsteuerung zwischen rechtem und linkem Rad zu profitieren, was das natürliche Ansprechverhalten, die Präzision und die Kontrolle in Kurven erheblich verbessert.


Effizienz und Thermomanagement waren zwei zentrale Triebkräfte bei der Entwicklung. Diverse Details tragen dazu bei, Kupferverluste zu reduzieren sowie die Wärmeübertragung und Robustheit zu verbessern: Statoren mit konzentrierten Polwicklungen (ausgewählt, um die Gesamtabmessungen zu minimieren), 0,2-Millimeter-Beschichtungen, die den Verbrauch bei hohen Drehzahlen verbessern, aus der Formel 1 abgeleiteter Litzendraht und eine Vakuumimprägnierung mit Harz mit hoher Wärmeleitfähigkeit.


Der Rotor nutzt oberflächenmontierte Magnete in Halbach-Konfiguration: eine Lösung, die den magnetischen Fluss ausschließlich auf den Stator konzentriert, um die Drehmomentdichte zu erhöhen. Dazu kommen mehrere 1,6 mm dicke Kohlefaserhülsen, um den Fliehkräften bei höheren Drehzahlen entgegenzuwirken, ohne das Gewicht zu erhöhen. Durch die Segmentierung und Gewichtsreduzierung des in der Mitte hohlen Rotors werden Masse, Trägheit und Fliehkräfte verringert. Dies ermöglicht Drehzahlen von 30.000/min vorn und 25.500/min hinten sowie eine maximale Winkelbeschleunigung von 45.000/min/s² (Beschleunigung von 0 auf Maximaldrehzahl in weniger als 1 Sekunde). Die hohe Drehzahl ist entscheidend, um das auf die Räder übertragene Drehmoment zu maximieren und die Gesamtabmessungen der Einheit so gering wie möglich zu halten.


BATTERIE
Der Akku wurde wie die E-Motoren vollständig in Maranello entwickelt, validiert und gefertigt. Er ist in den Fahrzeugboden integriert, was zur Senkung des Schwerpunkts beiträgt. Er besteht aus 210 in Reihe geschalteten Zellen und liefert eine Bruttokapazität von 122 kWh bei 800 Volt. Die maximale Entladeleistung beträgt 830 kW. An einer Schnellladestation mit einer Leistung von bis zu 350 kW können 70 kWh in 20 Minuten aufgeladen werden.


Die gemeinsam mit dem koreanischen Batteriespezialisten SK on entwickelten Zellen sind Pouch-Zellen mit einer Kapazität von 159 Ah, einer Graphitanode, einer Nickel-Mangan-Kobalt-Kathode mit hohem Nickelgehalt und flüssigem Elektrolyt. Diese Technologie erreicht eine Energiedichte von über 740 Wh/l und eine spezifische Energie von 305 Wh/kg. In der gemeinsam mit Ferrari entwickelten Anwendung kann die Zelle einen Spitzenentladestrom von bis zu 1200 A liefern.


Ein Modul besteht aus 14 Zellen, wobei sich je zwei Zellen einen Aluminium-Kühlkörper zur Wärmeabfuhr teilen. Zwischen den einzelnen Mini-Modulen befindet sich eine Isolierschicht, die den Druck verteilt und eine thermische Barriere bildet.


Die 14 Zellen des Moduls werden von zwei seitlichen Aluminiumplatten zusammengedrückt. Das Modul besteht aus einem oberen und einem unteren Aluminiumblech, die per Laserschweißung mit den Seitenplatten verbunden sind und so die Modulstruktur bilden. Zwei seitliche Abdeckungen schützen den CSC (Cell Supervisor Controller) und die Zellverbindungen. Sie sind aus Aluminium und Sheet Molding Compound (SMC) gefertigt und intern durch mehrere Schichten thermischer und elektrischer Isolierung geschützt. Fünfzehn Module sind in der Einheit verbaut: 13 im Fahrzeugboden und 2 unter den Rücksitzen.

Die Kühlung erfolgt über ein Netz hydraulischer Anschlüsse und drei Kühlplatten. Zwei dieser Platten sind am Gehäuseboden befestigt, die dritte, kleinere Platte befindet sich auf der zweiten Ebene und kühlt die oberen Module. Die Platten besitzen mehrere interne Kanäle, die Zu- und Abfuhr in einer Einheit steuern und so eine gleichmäßige Temperaturverteilung gewährleisten. Dies ist notwendig, um eine Zellalterung zu verhindern und dauerhaft maximale Leistung zu erzielen. Dieser Kreislauf innerhalb der Batterie ist zudem für die Integration in das Hauptkühlsystem des Fahrzeugs optimiert.

Die e-Box, die sich hinter der zweiten Modulebene befindet, beherbergt die Leistungselektronik, darunter das Batteriemanagementsystem (BMS), Sicherungen, Relais und verschiedene Sensoren für Spannung, Gas usw. Die e-Box steuert die Stromflüsse und die Kommunikation über den CAN-Bus. Zusätzlich ist eine Hauptsicherung vorhanden, die den Stromfluss bei einem Kurzschluss von mehr als 2000 A innerhalb von drei Millisekunden unterbricht.


Das Batteriegehäuse integriert alle Subsysteme – es besteht aus zwei Aluminiumblechen als Boden sowie Gussteilen und Aluminiumpaneelen für den Seitenring. Die Komponenten werden ohne Schweißen mittels mechanischer Verbindungselemente und Klebstoff montiert, wodurch zusammen mit dem Deckel sowohl Stabilität als auch Abdichtung gewährleistet werden. 20 zentrale Verankerungspunkte fixieren die Module im Gehäuse. der Ferrari Philosophie einer vollständigen Integration: Die sechs am Boden befestigten Modulreihen leisten über die Modulkompressionsplatten einen Beitrag zur Steifigkeit. Dieser Ansatz ermöglicht eine Energiedichte von nahezu 280 Wh/l und eine Leistungsdichte von rund 1,9 kW/l – Spitzenwerte in diesem Segment – und macht das System damit zu einem der wettbewerbsfähigsten Batterie-Chassis-Systeme weltweit.


WECHSELRICHTER UND LADESYSTEM
Der vordere Wechselrichter wandelt Hochspannungs-Gleichstrom in Wechselstrom für die Elektromotoren um, sowohl während der Entladung als auch (in umgekehrter Richtung) während der Rekuperation. Er ist in die Achse integriert, erzeugt bis zu 300 kW an der Achse und wiegt nur 9 Kilo. Der hintere Wechselrichter hingegen steuert die beiden Hinterachsmotoren, erzeugt bis zu 600 kW und wiegt 15 Kilogramm. Er beinhaltet außerdem einen Resonanz-DC/DC-Wandler von 800 auf 48 Volt zur Versorgung des aktiven Fahrwerks. Dank seiner resonanten Technologie wandelt dieser Wechselrichter den benötigten Strom mit einem Wirkungsgrad von über 98 Prozent verzögerungsfrei um. Dadurch entfällt beim Ferrari Luce erstmals die Notwendigkeit einer 48-Volt-Batterie, was Gewicht und Komplexität reduziert.


Das Ferrari Power Pack (FPP) ist ein extrem kompaktes, integriertes Leistungsmodul mit sechs Siliciumcarbid-Modulen, Gate-Treibern und einem Kühlsystem. Um optimale Leistung an jeder Art Ladeinfrastruktur zu gewährleisten, hat Ferrari einen Hochvolt-DC/DC-Booster entwickelt. Dieser erhöht die von der Ladestation gelieferte Spannung und ermöglicht so das Laden mit bis zu 150 kW, selbst an 400-Volt-Leitungen. Das Bauteil arbeitet mit einer Schaltfrequenz von über 1 MHz, wiegt nur 8 Kilo und ist auf höchste Leistungsdichte ohne Kompromisse bei der Ladeleistung ausgelegt. Die Combo-Komponente integriert die Elektronik zur Umwandlung des Wechselstroms von Ladestationen in Gleichstrom und lädt so die Hochvoltbatterie mit bis zu 22 kW im Wechselstrommodus. Zusätzlich ist ein DC/DC-Wandler zum Laden und Erhalten der 12-Volt-Zusatzbatterie integriert.


KAROSSERIE CHASSIS
Die Struktur des Ferrari Luce ist vollkommen neu und basiert auf einer eigens entwickelten Architektur. Sie wurde in engem Zusammenwirken mit dem Akku konzipiert, um Gewicht, Fahrdynamik und Struktur zu optimieren sowie die CO ₂ e-Emissionen während der Produktion zu reduzieren: durch den umfassenden Einsatz recycelter Aluminiumlegierungen. Chassis, Karosserie und Akku bilden somit ein untrennbares System, das auf maximale mechanische Leistung und Energieeffizienz ausgelegt ist.

Das Chassis besteht aus Hohlgussteilen, Strangpressprofilen und Aluminiumblechen. Es ist vollständig mit der Batterie integriert, und die akribische Liebe zum Detail der Konstruktion spiegelt sich in einer extremen Präzision der Geometrien und Lastverläufe wider. Die Karosserie verwendet ausschließlich hochfeste Aluminium-Strangpressprofile und -Bleche, wodurch Stahl vollständig außen vor bleibt, um das Gewichts zu reduzieren, ohne Kompromisse bei der Sicherheit zu machen.


Ein herausstechendes Merkmal des Chassis sind dünnwandige Hohlgussteile mit inneren Kernen. Diese verbessern die Kontinuität der Lastpfade und steigern zudem die Fertigungsqualität dank einer funktionalen Integration, einer geringeren Anzahl an Bauteilen und reduzierter Schweißnähte – allesamt Vorteile zugunsten von Robustheit und vereinfachter Serienfertigung. Auf architektonischer Seite maximiert die Struktur die Nutzbarkeit des Innenraums: durch den Wegfall des Mitteltunnels und die Platzierung der Batterie unter dem Boden und den Rücksitzen. Die besonders kompakte Frontpartie wurde so konstruiert, dass sie bei einem Aufprall optimale Energieabsorptionsfähigkeiten und maximalen Schutz für die Insassen gewährleistet.

Der Ferrari Luce ist das erste Ferrari Modell mit einem elastischen mechanischen Hilfsrahmen, der den Akustikkomfort maximiert und gleichzeitig beste Handlingeigenschaften bietet. Der aus recyceltem Aluminium gefertigte Hilfsrahmen ist das größte in einem Stück gefertigte Hohlgussteil, das Ferrari je hergestellt hat. Trotz des überragenden Integrationsgrads ermöglicht die Konstruktion die unabhängige Demontage von Vorderachse, Batterie und Hinterachse. Eine wichtige Entscheidung war die Integration zahlreicher peripherer und zentraler Batteriebefestigungen am Chassis, die den Hauptlastpfaden folgen und das Batteriesystem optimieren. Dies trägt dazu bei, Komplexität und Gewicht gering zu halten.

Die Struktur weist eine um 25 Prozent höhere Biegesteifigkeit und eine um 35 Prozent höhere Torsionsfestigkeit im Vergleich zu früheren Anwendungen auf. Das Batteriesystem trägt 20 Prozent zur Biegesteifigkeit und 40 Prozent zur Torsionssteifigkeit bei und unterstreicht damit seine strukturelle Funktion. Durch diese Synergie ist die Kombination aus Karosserie und Batteriepaket 10 Prozent leichter als der Durchschnitt führender Hersteller in dieser Kategorie. Gleichzeitig reduziert die Verwendung von Recyclinglegierungen die CO ₂ e-Emissionen bei der Produktion von Chassis und Karosserie, ohne deren Leistung zu beeinträchtigen.

KONNEKTIVITÄT
Der Ferrari Luce präsentiert ein völlig neues Ökosystem an Konnektivitätsdiensten, das speziell auf die Bedürfnisse dieses revolutionären Ferrari Modells zugeschnitten ist und ein nahtloses Nutzerlebnis zwischen Fahrzeug und digitaler Welt ermöglicht. Während die bereits über die MyFerrari App verfügbaren Dienste überarbeitet und mit neuer Benutzeroberfläche sowie erweiterten Funktionen bestückt wurden, feiert MyFerrari Luce Premiere. Diese spezielle App* ermöglicht es Kunden, wichtige Fahrzeugfunktionen fernzusteuern oder für optimale Leistung vorzubereiten. Sie fungiert als natürliche Erweiterung des Onboard-Erlebnisses und quasi als „vierter Bildschirm“ des Ferrari Luce. Die beiden Apps sind integriert und über gemeinsame Verknüpfungen miteinander verbunden – dank Single Sign-On bieten sie einen vereinfachten Zugriff.

Die Navigation basiert auf Google Maps und Apple Maps mit spezieller Unterstützung für Elektrofahrzeuge. Sie wurde für den Einsatz im Ferrari Luce optimiert. Echtzeit-Fahrzeugdaten (einschließlich Batteriestatus und Lade-/Entladealgorithmen) ermöglichen eine präzise, auf die Fahrbedingungen abgestimmte Routenplanung, inklusive möglicher Ladestopps. Zu den Diensten gehören außerdem* Überwachungs- und Sicherheitsfunktionen, wie Lade- und Verriegelungsstatus, Fahrzeugstandort, Warn- und Fehlermeldungen, Fahrtenberichte sowie Modi zur Fahrzeugverwaltung bei Fahrten durch Dritte. Darüber hinaus stehen Fernbedienfunktionen wie Ver- und Entriegeln, Vorkonditionierung sowie Ladeüberwachung und -verwaltung zur Verfügung.


7 JAHRE WARTUNG
Die einmaligen Qualitätsstandards von Ferrari und der konsequente Fokus auf hervorragenden Kundendienst liegen auch dem umfangreichen siebenjährigen Wartungsprogramm für den Ferrari Luce zugrunde. Das Programm wird für die komplette Ferrari Modellpalette angeboten. Es deckt die gesamten regelmäßigen Wartungen in den ersten sieben Jahren ab. Dieses Wartungsprogramm ist ein exklusiver Service, der den Kunden die Gewissheit gibt, dass ihr Fahrzeug in diesen sieben Jahren das Spitzenniveau an Leistung und Sicherheit beibehält. Der Service steht auch Zweitbesitzern von Ferrari Modellen zur Verfügung.

Zu den Vorteilen des „Genuine Maintenance“-Programms zählen unter anderem: regelmäßige Wartung (in Intervallen von entweder 20.000 Kilometern oder einmal im Jahr ohne Kilometerbegrenzung), Originalersatzteile und akribische Überprüfungen durch im Ferrari Training Center in Maranello geschultes Fachpersonal unter Verwendung modernster Diagnose-Tools. Der Service wird weltweit von allen Ferrari Vertriebspartnern im offiziellen Händlernetz angeboten.

Das Genuine Maintenance-Programm erweitert das umfangreiche Service-Angebot von Ferrari und entspricht damit den Anforderungen jener anspruchsvollen Kunden, die die Leistung und die Exzellenz bewahren möchten, die alle in Maranello gebauten Modelle auszeichnen.

Der Ferrari Luce profitiert außerdem von einer speziellen 8-Jahres-Garantie auf die wesentlichen Komponenten des elektrischen Antriebsstrangs (Vorder- und Hinterachse, Batterie sowie Ladesystem).

*Umfänge können je nach Markt variieren.




FERRARI LUCE – TECHNISCHE DATEN

ABMESSUNGEN UND GEWICHTE
Länge 5026 mm
Breite (ohne Spiegel) 1999 mm
Höhe 1544 mm
Radstand 2961 mm
Spurweite vorn 1696 mm
Spurweite hinten 1690 mm
Leergewicht* 2260 kg
Leistungsgewicht 2,16 kg/PS
Gewichtsverteilung 47 % vorn / 53 % hinten
Kofferraumvolumen 597 l

REIFEN
Vorn 265/35 R23 J9.5
Hinten 315/30 R24 J11

BREMSEN
Vorn Karbon-Keramik, 390 x 34 mm
Hinten Karbon-Keramik, 372 x 34 mm

ANTRIEB
Zahl der Elektromotoren 4 (einer pro Rad)
Höchstleistung** 772 kW (1050 PS)
Maximales Drehmoment an den Motoren** 990 Nm
Maximales Drehmoment an den Rädern 11.500 Nm

MOTOREN VORN
Leistung an der Achse 210 kW
Drehmoment an den Rädern** 3400 Nm
Drehmoment an den Motoren** 280 Nm
Leistungsdichte 3,23 kW/kg (93 % Wirkungsgrad)
Motordrehzahl 30.000/min
Gewicht 65 kg

MOTOREN HINTEN
Leistung an der Achse 620 kW
Drehmoment an den Rädern** 7750 Nm
Drehmoment an den Motoren** 710 Nm
Leistungsdichte 4,80 kW/kg (93 % Wirkungsgrad)
Motordrehzahl 25.500/min




Gewicht 129 kg

BATTERIE
Zahl der Zellen 210 (15 Module mit je 14 Zellen)
Gesamtleistungsdichte 195 Wh/kg
Zellleistungsdichte 305 Wh/kg
Bruttokapazität 122 kWh
Maximale Spannung 800 V
Maximale Ladeleistung 350 kW

MESSWERTE
0-100 km/h 2,5 s
0-200 km/h 6,8 s
Höchstgeschwindigkeit 310 km/h
Reichweite*** 530 km
Verbrauch (WLTP-Zyklus) Homologation läuft

*
Mit optionaler Ausstattung
** Im Launch Control-Modus
*** Schätzung (im Rahmen der Homologation)

 

 

( Text & Fotos : Ferrari Presse- und Öffentlichkeitsarbeit )

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